Samstag, 31. August 2013

29.08.13 // Trällergurke in Aktion, zwei alte Mini-Gentlemen und viele Steine


Tag 2 in Penrith, Lake District... es ist 5:30 Uhr im Abbey House und unser Nachwuchs (ihr Papa hat ihr den Namen Trällergurke verpaßt, da sie zwischenzeitlich munter vor sich hin brabbelt und gurrt, wenn sie durch die Gegend krabbelt) ist nach einer munter durchtobten Nacht topfit. Oh yeah, Begeisterung. Ich vermute, die zwei Damen in der Ecke des Frühstückszimmers, die uns leicht säuerlich angekuckt haben, wohnen neben uns ;)... Ohropax, Ladies, Ohropax!

Wir haben ein richtig cooles B&B ergattert, geführt von einem jungen Pärchen mit kleinem Kind. In unserem Zimmer gabs ein Reisebettchen (worin sich Trällergurke gleich begeistert drin gekugelt hat) und am Frühstückstisch eine Art Kindersitz (Toast lutschen mit Stil!). Als wir denen ein Gläschen zum Warmmachen in die Hand gedrückt haben, wurde der Inhalt in einem Hello Kitty Babyteller mit der besorgten Frage, ob wir noch nen Löffel benötigen, serviert. Das Häuschen liegt mitten im B&B-Strich (treten bevorzugt Häuserzugweise auf) auf der Victoria Road. Wir haben ein groooßes Zimmer mit einem groooooßen Doppelbett (sogar die Matratze ist super), das wir auch brauchen, da wir meist zu viert drin nächtigen (Mama, Papa, Trällergurke, Schlafdrache). Das Bad scheint mal eine Besenkammer. unter der Treppe in den nächsten Ytock gewesen zu sein, haben die aber gut hinbekommen. Und im Zimmer mein favourite: Das tea and coffee tray MIT Keksen und Kakao (coole Sache). Das 10.000 Volt-Frühstück kann sich ebenfalls sehen lassen. Sogar Porridge können die :)))))

Mit 10.000 Volt im Bauch auf ins Abenteuer, der Lake muß erobert werden. Wetter is typically English: Bedeckt und Nieselregen. Es lebe das Klischee! Na ja, macht nix - gibts dramatischere Fotos und tea time schmeckt ja bei Sauwetter bekanntlich besser als bei Sonne. Stört uns alle nicht, wir verschieben die Eroberung und schauen uns lieber Aira Force an. Das ist ein Wasserfall am Ullswater Lake gelegen,   zu dem es einen netten Wanderweg durch den Wald entlang eines Bachs und durch Dickicht führt. Man hat fast das Gefühl, dass hinter der nächsten Kurve ein Troll oder ne Elfe auf dem Stein hockt und angelt. Aira Force hat auch eine nette Geschichte, die ich nochmal in Google nachkucken muß :(
Wie üblich, finden solche Plätze auch andere Menschen toll...lauter Fußkranke, hier. Angefangen von Outdoorverkleideten Eltern mit Kinderwagen (macht sich hervorragend, wenn man über Felsen klettern und Schotterwege bergauf gehen muß), dicht gefolgt von Omis und Opis, die outfittechnisch auf dem Weg zum nächsten Tea Room anscheinend falsch abgebogen sind. Kurz: Von einer Alpenüberquerung in Shorts und Glitzerballerinas bis zu einer Ausrüstung zum Bezwingen der Aiger Nordwand (es fehlte nur noch der Eispickel) für eine leichte Wandertour war alles geboten. Der Wasserfall an sich und der Wanderweg drumherum sind wirklich nett und lohnen sich für ne Halbtagestour. Trällergurke haben wir übrigens im Fräulein Hübsch untergebracht (der Trend zum alpinen Accessoire Kinderwagen ging irgendwie an uns vorbei ;)), da läßt sichs super beobachten und noch besser an Mutters Brust ruseln.

Als dann der Brei im Kind war, gings weiter, kucken was es hier noch so gibt... gefunden haben wir ein Alpaca Centre mit richtig lebendigen Langhalsschafen und zwei Minieseln, ältere Herren Namens Brad und Mortimer aus Sardinien (Brauche nicht zu erwähnen, dass Trällergurke Brad gaaaaanz toll fand und ihm ordentlich durchs Fell gestrubbelt ist. Die hätte ihm noch glatt das Ohr angekaut, wenn man sie gelassen hätte). Die Alpacas ließen sich aus der Entfernung bestaunen, doofe Schafe :(.

Dank den redefreudigen Rentnerinnen im Tea Room des Alpaca Centres (Trällergurke is ne richtige Princess Charming!) haben wir noch einen Steinkreis gefunden. Das gute Stück liegt mitten auf einer Wiese im Nirgendwo, ist 4500 Jahre alt und wurde im 18. Jahrhundert zum National Trust erklärt, weil sämtliche Touris zu der Zeit ein Stück aus den Steinen als Souvenir rausgehauen und mitgenommen haben. Heute waren lustigerweise nur Chinesen und Deutsche zugegen, den Autos nach zu urteilen. Und wies der Zufall will, Der Eismann Vän steht direkt vor dem Eingang. Mitten im Nirgendwo, wohlgemerkt. Und dreimal dreimal dürft ihr raten, wer sich bei kuscheligen 17 Grad ein Eis reingehauen hat? Tipp: Die ham das fotografisch festgehalten...

Trällergurke wurde mit der Zeit knatschig, da müde und Windel voll. Wir hatten aber auch ein ordentliches Loch im Magen. Rückzug, Eroberung beendet. Ein kurzer Beutezug durch den Sainsburys ums Eck und nu sitzen wir wieder hier auf unserem Doppelbett mit 5am Saint und dem Dead Pony Club von Brew Dog. Das Punk IPA hat uns ja gestern schon inspiriert. Danke, Brew Dog! Ohne dein Bier wäre das Blogschreiben mühsam. Kurze Zeit später ruselt Kind wie üblich quer im Bett, Schnarchdrache mittendrin, Mama und Papa umrahmen das ganze sozusagen und somit wäre auch dieser Tag geschafft... Morgen gehts nach Scotland - da wo die Insulaner WIRKLICH NETT UND FREUNDLICH sind. Wer bitte hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass die Engländer freundlich sind? Leider stimmt das nur teilweise...

Donnerstag, 29. August 2013

27.08.13 // Von meinen Eltern nach Amsterdam und dann weiter nach Newcastle oder wie wir auf die Erben von Störtebecker trafen

Nach einer erquickenden Nachtruhe mit einigen Unterbrechungen zum Stillen meiner Kleinen (das Ganze kann locker mit dem Auftanken eines Flugzeuges in der Luft mithalten: Die Kleine schreit; die Brust wird freigelegt; die Kleine wird angedockt; nach einiger Zeit drehen Mutter und Kind sich synchron und weiter geht es mit der anderen Seite; hiernach fallen Mutter und Kind in einen komatösen Tiefschlaf), haben wir mit einiger Hektik unser Auto gepackt. Trotz aller Mühe trat eine gewisse Unruhe ein. "Was meinst Du damit, dass ich Aufgeregt bin??!! ICH BIN G A N Z  R U H I G" Zum Glück war fast alles gepackt und nach dem ersten Kaffee ging es auch besser. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit meinen Eltern ist die Aufregung dann einem wohligen Völlegefühl gewichen. Nach der Verabschiedung lief die Fahrt bis auf zwei kleine Aussetzer recht unspektakulär. Unsere Kleine hatte zu der erwarteten Zeit Hunger. Also Pause gemacht, die  Kleine gefüttert und weiter geht es. Soweit die Theorie, blöderweise wollte unsere Kleine aber nicht so viel. Hat dann aber kurz vorm Ende der Reise wieder Hunger bekommen und lautstark protestiert, dass sie nicht sofort etwas bekommen hat. Wir wollten aber nicht kurz vorm Ziel einen Stop einlegen und dann noch die Fähre verpassen. Die letzte Stunde mit Geschrei wurde so sehr lang. Dass unser Navi kurz vor Ende in eine Schleife gelaufen ist (wenden, geradeaus, wenden, geradeaus, ...) machte es nicht leichter. Wir sind noch zeitig angekommen, die Kleine wurde endlich gefüttert und wir drei haben voller Spannung auf das Bording der Fähre gewartet.

An Bord haben wir unsere Kabine begutachtet. Klein mit Etagenbett, aber für eine Nacht mehr als ausreichend. Bei unserem ersten Bordspaziergang haben wir festgestellt, dass sich Piraten an Bord geschlichen haben und jetzt in der Kombüse arbeiten. 16,95€ für einen Burger und 4,50€ für ein Heineken  ist nicht nur ein bisschen mehr, sondern deutlich mehr. Bin dafür, dass die Bundeswehr auch in der Nordsee nach Piraten sucht und hier die verdächtigen Schiffe kontrolliert. Dann wäre auch mal was an Bord los. So trinke jetzt mein Premium Newcastle Brown Ale und hau mich dann hin.

28.08.13 // Eeeeeeey, ab auf die Inseeeel,

...den Falschfahrern hinterher, eo was geht, den Falschfahrern hinterher. Aber erst durch die Zollkontrolle (dat dauert... ja, das auf dem Bild bin tatsächlich ich und nö, ich fahr keine fremden Kinder im Auto spazieren - mußte das Fenster hinten runterkurbeln, damit er einen Blick auf unser Nachwuchs werfen konnte). Dann noch das Navi mit der Adresse Temporäres Bett in Penrith Victoria Street gefüttert und ab durch die Mitte, sprich durch 1.000.000 Kreisverkehre Newcastles. Also wenn die Engländer eins können, dann an die unmöglichsten Stellen einen Kreisverkehr reinbauen. Sehr beliebt sind die mitten auf der Autobahn. Aber gut... Husband, denk dran LINKS! Kind, schlaf bloß weiter, bittebittebittebitte!!! Unsere Gebete wurden teilweise erhört. Also auf nach Penrith, in der Nähe des Lake Districts gelegen. Lake District ist ne Kreuzung zwischen Schottland (viele Bergige Grashügel, viele Schafe) und Norwegen (etliche Lakes hintereinander), aber voll grün und sehr idyllisch. Eigentlich sind wir da drauf gekommen, weil Meines Göttergatten Eltern da ihre Hochzeitsreise hingemacht haben. Wir haben sogar das Hotel Kings Head gefunden, welches auf ihrer Weide zwei Langhalsschafe aus den Anden beherbergt. Sehr knuffig, hat was vom Wirtshaus im Spessart. Aber wie üblich finden sich an idyllischen Orten gleich mehrere Menschen, die das ähnlich sehen. An den zwei bekanntesten Seen Windermeer und Ambsdale oder so ähnlich gehts zu wie in der Kaufingerstraße zur Vorweihnachtszeit. Und die Parkgebühren sind auch nicht von schlechten Eltern (Piraten!!) Nee, des brauch ich nicht nochmal, echt. Am besten gefallen mir hier die Farmhäuser aus behauenen Steinen. Das hat sowas von "Hound & Garden" und ein Schuss Ramontik. Und es macht einen heiden Spass die Landschaft mit x Verschiedenen Grüntönen an sich vorübersausen zu sehen. Der Tag war heute echt lang und ganz schön aufregend, daher liegen wir vier nu fix und alle auf unserem schönen schnucklig gemütlichen Doppelbett (Göttergatte, ich, Kind quer und der schnarchende Schlafdrache mittendrin). Morgen gibts ein 100.000 Volt-Frühstück (Full Cumbrian, Baby! ) und dann gehen wir den See erobern! Welchen? Gute Frage...

Samstag, 28. April 2012

Die letzten Tage von unserem Urlaub

Nach dem uns Skye mit strahlenden Sonnenschein verabschiedet hat, sind wir Richtung Aberfeldy gefahren. Alles in allem eine unspannende Reise. Es gab nur zwei Höhepunkte:  Die Blair Ahtol Distillery und Heathergems. Im ersteren haben wir einen super leckeren Whisky gekauft und uns mit dem Verkäufer festgequatscht. Im zweiten hat meine Kleine recht schnell alles angeschaut und auch nur wenig gefunden (zu meiner großen Verwunderung). In Aberfeldy haben wir ein nettes B&B mit Jakuzzi, welches uns beiden gut gefällt. Ausser ein bisschen wandern gibt es hier wenig zu tun. Ist eine recht verschlafene Stadt. 

Heute haben wir unsere Whiskyvorräte bei einem Bekannten abgeliefert. Andere Bekannte von uns, die auch gerade in Schottland unterwegs sind mit ihrem eigenen Auto sammeln die Vorräte dann ein und nehmen sie mit nach Deutschland. Ansonsten waren wir ein bisschen wandern und haben die weitere Umgebung erkundet. Gleich geht es ans packen. Danach werden wir noch mal ausgiebig den Jakuzzi benutzen (haben ja auch dafür bezahlt).  Morgen müssen wir uns dann wieder auf den Heimweg machen zu unseren beiden Fellnasen. So kurz können zwei Wochen sein, aber wir kommen garantiert wieder nach Schottland, wenn auch nicht nach Aberfeldy. 

Zusammenfassung von mir: Schottland ist ein wunderschönes Reiseland. Man sollte nur nicht erst in die Wildnis und dann in die dicht besiedelten  Gebiete fahren, sonst bekommt man einen Koller.

Zusammenfassung von meine Frau: Lächeln und Winken heisst die Devise. Die Schotten sind mal ein eigenes Völckchen und die anderen Touris erwartungsgemäss schräg. Und regnen tuts hier zwar, aber kriegsentscheidend ist immer, unter welchem Teil der Wolke man gerade steht. Joa, die Insel sieht mich wieder ;-)) 

Donnerstag, 26. April 2012

Rumpelstielzchen Teil zwei

Der Wecker rasselt, Augen auf... jep, immer noch auf Skye. Mal kucken nach dem Wetter *denVorhangzurseitezerr*: partly cloudy, sagt der Schotte, was soviel heisst wie unberechenbar (4 Seasons in one day kommt hier nicht von ungefähr). Nachdem uns die hier ansässigen 15 Hennen und 2 Enten namens Quack und Quacker ihre Eier für ein sonnengelbes Omelette spendiert haben (irgendwann kommt einem Scottish breakfast aus den Ohren raus), ja, Sonne, nimm dir mal ein Beispiel, kämpfen wir uns wieder mal durch diverse Windböen zur Autotür. Auf zum Alten Mann von Storr, wo es gestern richtig fies Wetter war - es stellt sich raus, dass der gute Mann bereits 500m vorm Parkplatz von fetten dunklen Regenwolken umgeben ist... auch der zweite Versuch scheitert - der alte Mann scheint heute inkontinent zu sein (O-Ton Olaf). WAS FÜR EIN ÄRGER, DIESE SCH... INSEL, DAS IS JA NICH ZUM AUSHALTEN, DAS IS DER TOTALE GRIFF INS KLO, SKYE IS NICHT MAL TOLL, SONDERN NUR DOOF,UND ÜBERHAUPT...also im Gegensatz zu meinem Göttergatten kann ich die Rumpelstilzchen-Nummer ganz prima im Auto aufführen, jawohl!!! Ui, war ich sauer (schlecht geschlafen und nervig-überflüssiger Smalltalk mit unseren aktuellen Mitbewohnern, boah was für Knalltüten, und Olaf mein Held, da ich aus Protest auf meinem Müsli rumgekaut hab, und das schon zum Frühstück). Ja gut, irgendwie geht der Tag schon rum. Fahren wir halt da hin, wo es nicht regnet - Glenn Brittle stand doch noch zur Debatte, da gibts eine nette Wanderung... also nuff da Berg, und zwar locker mal um die 500 Höhenmeter verteilt auf 3 km. Ich muss nicht extra sagen, dass die Regen- und Windhölle kurz nach den ersten Schritten losgebrochen ist, oder?! Gut. Jedenfalls kam der Wind und Regen konsequent von links (das himmlische Kind is ein ganz schön verzogenes Gör), hat interessanterweise aber mit zunehmender Höhe nachgelassen. Und der Regen wurde auch weniger (wechselte seinen Aggregatszustand in Schneegriesel von feinster Weisser Riese Qualität). Aber der Weg hat sich gelohnt, quer durch die Botanik auf die Cuillins zu (das ist der Name dieses Zwergengebirges auf dieser doofen Insel und ja, auf den Gipfeln gabs noch Schnee... Puderzucker hätte es glatt weggeweht), die ganz dramatisch von dunklen Weisser Riese-Wolken verhangen waren. Wir kamen nach ordentlich Kraxeln bis zu einer Felswand. Im Schlepptau hatten wir unbemerkt drei Holländer, die uns wacker hinterhergestiefelt sind. Tja, und da standen wir also - ähm, wisst ihr, wos hier weitergeht? Moment, lass mich mal meinen Kompass zücken und auf den durchgeweichten Ausdruck aus dem Internet legen (wie sie sehen, liebes Publikum, wir haben es hier mit Vollprofis zu tun!) - es geht die Felswand rauf... und schon isser auf alle Vieren losgekraxelt. Seine Kumpels hinterher, hatten zwar protestiert, da die Felsen ordentlich nass und glitschig waren, konnten sie aber irgendwie nicht auf sich sitzen lassen (so a Männerding halt). Ausnahmsweise waren wir vernünftig, nahmen noch einen guten Schluck aus der Whisky-Pulle (aus rein gesundheitlichen Grùnden, versteht sich) und sind dann wieder abwärts marschiert (Knieschlackerer inklusive). Es sind uns auch noch erstaunlich viel Leute entgegengekommen. War ja klar - das Wetter hat zwischenzeitlich von arschig zu sonnig gewechselt... Warmduscher! Nach einem netten Picknick in der Knutschkugel mit Blick auf die Bucht vor dem Parkplatz bei Talisker haben wir beschlossen, dem alten Mann noch einen finalen Besuch abzustatten. Diese Schmach konnten wir echt nicht auf uns sitzen lassen. Und siehe da... aus dem Weg, ihr Fusskranken!!! Wir simd dem guten Mann innerhalb von ner Stunde aufs Dach gestiegen, ging natürlich mal wieder Berg auf, was denn sonst, und genossen zu seinen Füssen eine Bombenaussicht auf die doofe Insel, das Wasser , die Nachbarinsel und die Fusskranken *harhar*.  
Also zweimal Gipfelstürmen an einem Tag macht mal fett Hunger, daher haben wir in Portree noch einen Fischtempel aufgesucht und uns ne ordentliche Portion frischen Lachs genehmigt. Und seither liegen wir fett und faul aufm Bett und geniessen unser Feierabendbier.... so, und ich les jetzt die Hunger Games weiter, des is nämlich gerade spannend... ich muss weg.

Skye Tag ein oder jetzt wissen wir warum die Insel ihren Namen hat

Nach dem wir gestärkt Mallaig verlassen haben, sind wir mit der Fähre nach Skye (was so viel heißt wie "Insel  mit Wolken" auf wikingisch. Dazu aber gleich mehr) übergesetzt. Meine Angetraute hat sich in ihren Kindle (The Hunger Games)  vertieft und war nicht mehr ansprechbar; ich habe einen Blogeintrag geschrieben. Angekommen stellte sich die Frage: "Was machen wir heute??". Wir haben uns entschieden unseren Kram beim B&B auf Skye abzuwerfen und dann wandern zu gehen. Unser kleiner Fiat war allerdings der Meinung, daß wir erst mal einen Willkommensschluck bekommen sollten. Wir haben wirklich alles versucht ihn davon abzubringen nicht zu der Destillerie Talisker zu fahren, aber alles war vergeblich. Nun da wir schon mal auf dem Parkplatz waren, haben  wir dann auch ein Tour gemacht und ein Wee Dram bekommen. Beim letzten Mal auf Skye konnten wir die Tour leider nicht machen, da dort der jährliche Hausputz anstand. Einige Zeit später waren wir dann beim B&B. Haben das Zimmer begutachtet, unser Zeug ausgeladen und haben uns auf den Weg zum "Old Man of Storr" gemacht. Dort angekommen wussten wir warum die Wikinger die Insel Skye genannt hatten. Es hat aus Eimern gegossen, um das ganze Erlebnis noch beeindruckender zu machen, gab es noch Sturmböen. Ganz Klasse!! Wir hatten zwar unsere Regensachen dabei, aber die sind eher für Schauer während der Wanderung gedacht und nicht für Wanderungen durch den Sturm. Ich gebe zu, dass mich das ganze etwas genervt hat. Ohne den Regen wäre ich vermutlich wie Rumpelstielzchen schimpfend um das Auto gehüpft. Zum Glück hatte meine Liebste die Idee, daß wir ja noch zu Skye-Silver wollten und dass Schmuckhändler meistens drinnen ihre Waren feilbieten. So sind wir dann mehr oder weniger schimpfend zu diesem Geschäft gefahren. Als wir angekommen sind, hatte ich mich wieder beruhigt und mein Herzblatt wusste garnicht was sie zu erst anschauen sollte. Sie konnte sich doch entscheiden und wir sind noch nicht Miteigentümer des Ladens (das kann sich aber noch ändern, wenn meine Kleine den Eintrag hier sieht). Nach dem ich ein paar schöne Bilder machen konnte, war ich auch wieder mit der Insel versöhnt. Auf dem Rückweg haben wir beim hiesigen coop vorbei geschaut. Man merkt sofort das Skye mehr Einwohner hat, die Filiale hier ist 5x so groß wie die auf Islay. D.h. es gibt mehr Auswahl, zu viel für einige wie es scheint. Ein paar Franzosen konnten sich vor dem Bierregal nicht einigen welches Bier sie mitnehmen sollten. Mein Französisch wäre da auch keine Hilfe gewesen, ausser wilde Flüche und "Ich habe Hunger wie ein Löwe" ist nichts übrig geblieben. Wir haben den einfachen und pragmatischen Weg genommen, bei der Entscheidung welches Bier wir kaufen: Von jeder Sorte eins was auf Skye hergestellt wurde! So sind wir dann mit 4 Bier, Wasser, Brot, Käse und Fertigsuppen (es gibt in den B&B leider nur einen Wasserkocher) zur Schlafstätte gefahren. Wo wir jetzt das Bier probieren werden. Dann Prost und munter bleiben!

Bye, bye Mull

See ya, Mull... und wieder heissts Kram zusammensammeln, in den Koffer stopfen und ins Auto hieven - aber zwischenzeitlich hammer ja scho Übung. Nach einem sensationellen Frühstück verabschieden wir uns endgültig von unseren beiden Englischen Böhrdwotschäarn. Schee war's und der Landlord hat sich sogar mit Küsschen rechts, Küsschen links von mir verabschiedet (ja holla! Olafs Theorie beinhaltet u.a. das straffreie Umarmen junger, knackiger Frauen...). Weiter gehts nach Glengorm Castle (Torosay Castle ums Eck steht zum Verkauf ... kennt jemand einen, der 3 Mio. Pfund locker machen kann?) - ein schönes Stück Land an der Küste mit einem bewohnten Castle, dessen Erbauer beim Errichten mit einer Fledermaus in der Eingangstür kollidiert und ein paar Monate später gestorben ist. Der Zusammenstoss wäre ja net so tragisch gewesen, wenn da nicht das Geunke seiner abergläubischen Zeitgenossen gewesen wäre, die der festen Überzeugung waren, dass es sich bei dem Flattermann um die Seele eines Schotten handelt, der während der Highland Clearances (gaaaanz dunkles Kapitel in der schottischen Geschichte) umgekommen ist. Von daher sollte er am besten keine Nacht in seinem Schloss verbringen. Hat er auch nicht gemacht. Der Hintergrund ist nämlich der, dass er an den Clearances beteiligt war. Und Glengorm bedeutet auf gälisch blaues Tal, aber nicht, weil die Häuser der dort wohnenden Bauern blaue Dächer hatten, sondern in Bezug auf die Farbe des Rauch, als der Erbauer des Schloss die Häuser in Brand gesteckt hat... also des steht so ähnlich in unserem Wanderführer. Das Schloss ist jedenfalls knuffig, liegt in der Nähe der Küste und inmitten einer Farm mit endlosen Weiden und ganz vielen Schafen. Und da gerade Frühling ist, gibts ganz viele Lämmer, voll putzig, die kleinen, wie sie über die Weide flitzen. Zwar mehr Angst als Vaterlandsliebe, aber irre neugierig! Direkt am Strand gibts einen mitten in den Felsen angelegten Pool, allerdings isses zum Baden momentan noch ein bisschen frisch - aber zum draussen Cappucchino trinken und Choco-Whisky-Tarte und Mangokäsekuchen essen, gerade richtig. Selten so einen bombastischen Kuchen gegessen, Hammer! Die Schotten lösen das mit der Sahne übrigens so: Die wird flüssig auf den Teller gekippt und der Kuchen mittenreingesetzt. Au lecker...
Ja nu, irgendwann mussten wir uns losreissen und nach Tobermory, die Fähre gen Festland kriegen. Zum Abschied noch eine Portion Fish n Chips und ab aufs Schiff.
Sodalat, der Kontinent hatvuns 20 Min. später wieder. Wir zuckeln mit unserer Knutschkugel über die Halbinsel Ardnamurchan, landschaftlich ziemlich beeindruckend und dank der Kohle aus einem EU-Fonds sind die Strassen überwiegend Schlaglochfrei und schön breit. Es stehen grosse Schilder rum, auf denen steht, dass Schottland und die EU zusammenarbeiten - man beachte: nicht das Vereinigte Königreich, sondern explizit Schottland.

Ich weiss noch nicht, was ich davon halten soll: die Regenbogenpresse des Vereinigten Königreichs macht zu einem Grossteil die EU für ihre dezeitige Misere verantwortlich (O-ton: EU kostet uns pro Jahr 66 Mrd. Pfund!!! Die EU gefährdet die Rente der Engländer!!!) und hetzt die Meute ordentlich auf. In einem Kiosk auf Islay hing sogar eine Art Protestschrift "Nein zur EU!" und daneben ein Portrait einer Frau, deren Mund mit der EU-Flagge zugeklebt ist. Das schärfstevwar in der Glotze ein Werbespot für Urlaub zu Hause, ein Argument war u.a., dass dann das lästige Umtauschen in Euro wegfällt.
....aber dann Geld "vom Feind" kassieren??? Hm.

Zuguterletzt sind wir am Aquädukt in der Nähe von Fort Williams, bekannt aus dem Harry Potter-Film, wo der Zug nach Hogwarts drüber fährt, glatt vorbeigefahren. Hammer übersehen, da genau auf der falschen Seite vermutet.  Also nochmal im  Lonely Planet nachgelesen, wo genau und voila, da isses ja (mit seinen 21 Bögen und ca. 10m Höhe - klar, kann man schon mal übersehen) :-) 

Mallaig is nicht soooo spektakulär, aber das Bett mit Frühstück ist nett, mit Blick auf die Schweineweide - die Ferkel hatten leider Hausarrest :-(

Yo, und ich krümel mich jetzt in die Falle zu meinem vor sich hinruselnden Ehemann. Morgen gehts rüber nach Skye, und zwar mit der ersten Fähre. Buenas Noches, Gemeinde, der Pfarrer isch miad!